Die Leica SL2 und SL2-S sind echte Kraftpakete: ein Kamerasystem auf Profiniveau, das jeder Herausforderung gerecht wird. Die optimierten Bedienelemente sind einfach zu handhaben. Aber welche Funktionen sollten Sie sich näher ansehen, wenn Sie zum ersten Mal damit fotografieren? Die Leica Stores und weitere Fachhändler in der Schweiz bieten  einen kostenlosen Test Drive der Kamera mit einem Objektiv. Daher geben wir Ihnen nachfolgend eine kurze Einführung in die wichtigsten Einstellungen, die Sie unbedingt ausprobieren sollten.

 

1. Joystick nutzen

Es gibt mehrere Arten, eine Leica SL-Kamera zu bedienen, von Drehknöpfen und individualisierbaren Tasten bis zum Touchscreen. Die direkteste Art, mit nahezu jeder Facette der Kamera zu arbeiten, ist jedoch der kleine schwarze Joystick links neben der Daumenauflage. Mithilfe des in 4 Richtungen beweglichen Joysticks können Sie durch die Menüs navigieren, Optionen wählen und Ihren Autofokus-Punkt über Ihre gesamte Bildzusammenstellung hinweg steuern. Betrachten Sie ihn als primäre Benutzeroberfläche der Kamera, der zahlreiche Möglichkeiten bietet. Einfach. Intuitiv. Effektiv.

Auch für Nutzer, die andere Systeme gewohnt sind und den Autofokus lieber unabhängig vom Auslöser einstellen möchten, hält der Joystick noch einiges an Potenzial bereit. Sobald der Modus von AF auf MF (Manueller Fokus) gestellt wurde, dient das Drücken des Joysticks als manueller Shortcut zur Umgehung des AF und wird somit zur AF-Lock-Taste für das Fokussieren. Der Fotograf kann so auf eine bestimmte Fläche vorfokussieren und dann sofort den Auslöser drücken – eine beliebte Funktion vieler Kameras, die bei der SL2 und SL2-S nahtlos und unkompliziert umgesetzt wurde.

Zusätzlicher Tipp: Sollten Sie ein angepasstes Leica M-Objektiv für die SL verwenden, ermöglicht das Drücken des Joysticks sofort eine 100%ige Vergrösserung zur Prüfung der kritischen Fokussierung in jedem Teil des Rahmens.

 

2. Mit Belichtungsarten experimentieren

Beim Blick auf die Oberseite der Kamera bemerkt man, dass der Moduswahlschalter fehlt, den manche gewöhnt sein mögen. Dieser nimmt auf der Kamera nun keinen Platz mehr weg, da seine Funktion bei der SL2 und SL2-S geschickt in das Daumenrad auf der Rückseite der Kamera integriert wurde. Wenn Sie das Daumenrad einmal drücken und loslassen, erscheint mit einem fühlbaren Klick ein einzelner grosser Buchstabe auf dem oberen Display, der Ihre derzeitige Betriebsart anzeigt. Mit dem gleichen Drehknopf können Sie anschliessend durch die Betriebsarten P, S, A, und M scrollen (Programm Auto, Shutter Priority, Aperture Priority und Manual). Wenn Sie beim Scrollen auf das hintere LCD oder durch den Sucher schauen, werden Sie unten links den gleichen rot hervorgehobenen Betriebsart-Buchstaben erkennen. So können Sie ihn bei der Auswahl nicht übersehen.

 

3. Die Belichtungskorrektur anwenden

Nach Auswahl der gewünschten Betriebsart ist die genaue Einstellung der Belichtung ganz einfach. In der Betriebsart Manual regelt das Klickrad auf der Oberseite Ihre Verschlusszeit, während das Daumenrad auf der Rückseite die Blendenöffnung steuert. Der Knopf rechts hinter dem oberen Klickrad ruft die ISO-Einstellungen auf, wodurch Sie schnellen Zugang zu allen drei Punkten des «Exposure Triangle» haben. Was aber, wenn Sie eine automatische Betriebsart wie Aperture Priority oder Shutter Priority gewählt haben? Hier zeigt sich eine weitere Stärke des SL2-Systems: Das jeweilige Einstellrad für Verschlusszeit und Blende wird in jeder Betriebsart beibehalten, während sein Gegenstück zur Belichtungskorrektur wechselt. Wenn Sie also Aperture Priority nutzen, wird das Daumenrad weiterhin Ihre Blende steuern, während das obere Einstellrad Ihnen nun direkte Kontrolle über die Belichtungskorrektur gibt. Das angepasste Ergebnis ist im Sucher oder auf dem LCD unmittelbar sichtbar.

4. Wichtige Einstellungen in der Menü-Übersicht festlegen

Durch Drücken der Menü-Taste auf der SL2 und SL2-S gelangen Sie zunächst auf eine Übersicht mit vielen direkten Befehlen und Shortcuts zu einigen der am häufigsten verwendeten Funktionen. Die Anzeige ist durch den Joystick, das Daumenrad oder unmittelbar durch Antippen des Touchscreens steuerbar. Von hier aus können Sie ganz leicht in den Video-Modus wechseln, intuitiv über den Touchscreen die Belichtungswerte einstellen und auf viele wichtige Funktionen wie z. B. Drive Mode, Fokussierung, Messmethoden, Weissabgleich, Dateiformat, Verbindung zu Leica FOTOS und sogar die Formatierung der SD-Karte zugreifen. Dieser eine Screen bietet zahlreiche Möglichkeiten und sein durchdachtes Design sorgt dafür, dass Sie seltener etwas in den Hauptmenüseiten suchen müssen. Dadurch können Sie sich voll und ganz auf das Motiv und das Festhalten eines bestimmten Moments konzentrieren.

5. Mit den separaten Foto- und Video-Menüs arbeiten

Eine weitere Stärke des hervorragenden Designs und der Benutzerschnittstelle der SL2 und SL2-S ist die Aufteilung der Foto- und Video-Funktionen in eigene Menüs. Die Kamera befindet sich standardmässig im Foto-Modus. Die Taste auf der Oberseite, links hinter dem Klickrad, dient dem schnellen Umschalten zwischen Foto- und Video-Modus. Der einfachste Weg zu erkennen, dass man sich im Video-Modus befindet, ist die Auf- und Abwärtsbewegung der Audio-Anzeige oben auf dem LCD.

Auch im Übersichtsmenü, das wir bereits erklärt haben, können Sie zwischen Foto- und Video-Modus wechseln. Wenn Sie in diesem Screen oben auf Foto und Video tippen, werden Sie einen der wichtigsten Hinweise auf den aktuell eingestellten Modus bemerken, nämlich die Farbe der grafischen Benutzeroberfläche. Im Foto-Modus ist das Menü schwarz mit roter Anzeige. Im Video-Modus ist das Menü schwarz und weiss mit roter Anzeige. So erkennen Sie ganz leicht, in welchem Modus Sie sich aktuell befinden und welche Einstellungen Sie verändern. Für Hybridnutzer, die sowohl Foto- als auch Videoaufnahmen machen, speichern die SL2 und SL2-S Ihre Einstellungen unabhängig voneinander. Dadurch können Sie beim schnellen Wechsel von Foto zu Video darauf vertrauen, dass alle von Ihnen vorgenommenen Einstellungen noch da sind.

 

6. Autofokus und Geschwindigkeit maximieren

Der Autofokus ist bei jeder Kamera eines der komplexeren Systeme, mit dem man sich zunächst vertraut machen muss. Es gibt zahlreiche Anwendungsfälle, in denen man AF-S, Verfolgung, Zone Points etc. auswählen kann. Nimmt man eine Leica SL2 oder SL2-S zum ersten Mal in die Hand, sind die Standardeinstellungen iAF (Intelligenter Autofokus) als Fokus-Einstellung und Gesichts-/Körpererkennung als AF-Einstellung. Die Fokus-Einstellung iAF fokussiert und fixiert den von Ihnen ausgewählten Punkt, und achtet gleichzeitig auf Bewegungen Ihres Motivs. Bewegt sich das Motiv, wird sie weiterhin fokussieren und versuchen, die Bewegung nachzuverfolgen, bis sie wieder ein stillstehendes Ziel fixieren kann. Das ist ein guter Mittelweg zwischen AF-S für die Fokussierung auf einen Punkt, der immer fixiert wird, und AF-C, der selbst bei stillstehenden Motiven kontinuierlich fokussiert. Im AF-Modus können Sie und die Kamera auf diese Weise Ihr Motiv für den Autofokus markieren. Die Gesichts-/Körpererkennung sucht bei Ihrem Motiv aktiv nach Augen, Gesicht oder Körper. Bei mehreren erkannten Motiven erhalten Sie Boxen zur Auswahl. Dies ermöglicht, insbesondere in Kombination mit iAF, eine sehr effektive und einfache Bedienung.

 

Einige der anderen häufig verwendeten AF-Einstellungen sind Feld und Spot, am besten in Kombination mit iAF oder AF-S beim Fotografieren bewegungsloser Motive oder Porträts. Durch Spot erhalten Sie ein kleines, klar definiertes Ziel in Form eines Pluszeichens (+) oder Kreuzes – sehr hilfreich, wenn Sie den Fokus bei einem Porträt auf die Augen einer Person setzen möchten. Probieren Sie auch die anderen AF-Einstellungen wie Zone oder Verfolgung aus, falls Sie ein grösseres Ziel, das einen grösseren Teil des Rahmens abdeckt, benötigen oder Sie Objekte, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen wie z. B. Autos verfolgen möchten.

7. Die Kamera an Ihre Bedürfnisse anpassen

Obwohl die Bedienelemente der SL2 und SL2-S im Vergleich zu vielen anderen Kamerasystemen auf das Wesentliche beschränkt sind, stehen Ihnen zahllose Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Ass im Ärmel sind die unzähligen Möglichkeiten zur Individualisierung der Bedienelemente, durch die die Kamera sich an Ihre Bedürfnisse und Ihre persönliche Art des Fotografierens anpassen lässt. Es bieten sich zahlreiche Auswahlmöglichkeiten, wenn Sie tiefer in die Menüs eintauchen und die Optionen zur Anpassung der Bedienelmente ausprobieren. Doch es lassen sich für die Tasten auf der Kamera auch schnell und unkompliziert Änderungen herbeiführen. Aussen auf der Kamera befinden sich nicht weniger als 6 individualisierbare Tasten: die FN-Taste auf der Rückseite, die Taste rechts neben dem EVF, die zwei schwarzen Tasten auf der Oberseite und die geteilten, pillenförmigen Tasten auf der Vorderseite neben der Objektivfassung. Drücken und halten Sie einfach jede dieser Tasten, um ein Untermenü aufzurufen, in dem Sie wählen können, welche Funktionalität Sie ihr zuweisen möchten. Verändern Sie alles nach Ihren Wünschen und beim nächsten Drücken führt sie die von Ihnen zugewiesene Funktion aus. Sie möchten schnellen Zugriff auf den Weissabgleich? Kein Problem. Sie brauchen kein schnelles Umschalten zwischen Foto und Video? Wählen Sie eine andere Funktion für die Taste. Sie möchten auf alle AF-Einstellungen mit einem einzigen Fingerdruck zugreifen, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen? Nichts leichter als das.

Die SL2 und SL2-S zeichnen sich dadurch aus, dass Sie sich auf Ihr Motiv konzentrieren können. Alle Eigenschaften und Funktionen spielen eine unterstützende Rolle für Ihre Foto- und Videografie – ohne davon abzulenken. Ein kurzer Test Drive der SL2 oder SL2-S reicht vielleicht nicht aus, um alle Besonderheiten der Kameras zu beherrschen. Der Crashkurs kann Ihnen jedoch Starthilfe geben und falls Sie sich entschliessen, eine davon zu kaufen, werden Sie schnell erkennen, wie anpassungsfähig und vielseitig die Kameras sind. Machen Sie Ihre ganz persönliche Kamera daraus und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf.

 

Bonus TL;DR

Sie möchten mit der SL2 oder SL2-S so schnell wie möglich die ersten Aufnahmen machen? Hier sind in nur einer Minute meine Empfehlungen für einige Grundeinstellungen, mit denen Sie starten können:

  • Stellen Sie den Belichtungsmodus auf Aperture Priority, indem Sie auf das Daumenrad auf der Rückseite klicken und die Einstellung auf «A» setzen.
  • Stellen Sie den Blendenwert mit dem Daumenrad und die Belichtungskorrektur mit dem oberen Klickrad ein.
  • Wählen Sie Ihren ISO-Wert mit der schwarzen Taste rechts auf der Oberseite der Kamera oder bleiben Sie bei der Einstellung Auto ISO.
  • Bleiben Sie für den Autofokus bei der iAF & Gesicht/Körper-Kombination. Oder wechseln Sie für mehr granulare Kontrolle zu AF-S & Feld oder Spot (je nach Wunsch).
  • Mit dem Joystick legen Sie nun noch Ihren Fokuspunkt fest und schon können Sie den Auslöser drücken!

Schnell. Direkt. Spiegellos.

Jetzt Leica SL im Online Store kaufen!