Das Werk der Modefotografin und Filmemacherin Monica Menez aus Stuttgart zeichnet sich durch eine lebendige Bildsprache aus, die Momente der Absurdität, des Humors und der Erotik nur umso mehr unterstreichen. So ist ihr unverwechselbarer Stil sofort erkennbar und präsentiert Mode auf eine frische, einzigartige Weise.

Nach mehreren Auszeichnungen für ihre Fotografie hat Menez auch für ihre Filme renommierte Preise gewonnen, so 2013 den Preis des Berlin Fashion Film Festivals in der Kategorie „Best Fashion Film“ für „Odditory“ und den Preis des Madrid Fashion Film Festivals in der Kategorie „Best Fashion Film International“ für „Hors d’oeuvre“. Ihre Erfolgsgeschichte setzte sich 2014 mit dem ASVOFF-Preis „Best Art Direction“ fort, diesmal für „The Journey“. Die Kritik lobte den Film als einen der besten Modefilme aller Zeiten, „The Journey“ erhielt 2015 auch beim Miami Fashion Film Festival die Preise „Best Film Audience Award“ und „Best Cinematography“.

Hier zeigen wir eine Auswahl von Menez‘ Aufnahmen mit der Leica S und der Leica SL. Wir sprachen mit der gefragten Künstlerin über ihre Arbeit im Studio, ihren unnachahmlichen Stil und wie sie ihre Shootings konzipiert.

Wann haben Sie Ihre erste Kamera gekauft und wie sind Sie Modefotografin und Filmemacherin geworden?

Als Teenager, ich habe Aufnahmen von mir in verschiedenen Outfits gemacht. Bald darauf fing ich an, auch meine Freunde und meine kleine Schwester zu fotografieren. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist mir klar, dass ich schon immer versucht habe, meine Aufnahmen zu inszenieren. Und ich habe von Anfang an gern mit Models gearbeitet, während mich Landschaftsaufnahmen nie interessiert haben.

Ursprünglich wollte ich Grafikdesign studieren. Schon in der Aufnahmeprüfung ging es zu einem wesentlichen Teil um Fotografie. Als ich mich später auf die Prüfungen vorbereitete, wurde Fotografie immer bedeutender für mich. Deshalb habe ich mich entschieden, eine Ausbildung zur Fotografin zu absolvieren. Danach war ich als Pressefotografin tätig. Während dieser Zeit kam ich in Kontakt mit der Modefotografie.

Welche Fotografen und Filmemacher haben Ihren Stil inspiriert? Und wovon lassen Sie sich darüber hinaus anregen?

Im Bereich der Fotografie sind meine absoluten Helden Guy Bourdin und Helmut Newton. Geht es um Film, sind meine Vorbilder John Waters und Jacques Tati. Wenn ich an einem Film arbeite, ist es vor allem die Musik, die mich inspiriert. Bei einem Fotoprojekt kann mir praktisch alles eine Anregung liefern: ein Kleidungsstück, ein Paar Schuhe, ein bestimmter Stoff oder eine Farbe, die mir ins Auge fällt.

Wie entsteht das Konzept für Ihre Aufnahmen?

Das hängt vom Medium ab. Wenn ich ein Fotoshooting mache, entscheide ich, ob ich eine Geschichte erzählen oder mit abstrahierten Körpern arbeiten möchte. Beim Film sind eine gute Story und eine gute Location unerlässlich. Manchmal entdecke ich einen Ort, der mich anregt, und dann entwickle ich dazu eine Geschichte. Oder, ich habe schon eine Geschichte im Kopf, dann baue ich die Kulissen und das Konzept um die Geschichte herum auf.

Sowohl Ihre Fotoshootings als auch Ihre Modefilme sind sehr von einem Gefühl für Choreografie bestimmt. Woher rührt diese Ästhetik?

Ballett hat mich schon als Kind fasziniert. Die Körper der Tänzer und wie sie mit ihm Emotionen ausdrücken, inspiriert mich sehr. Oder, anders ausgedrückt: Ich bewundere Tänzer in Bewegung und ich genieße es, neben der Musik, die ich verwende, auch eine Choreografie in meine Filme zu integrieren. Ich arbeite gerne mit ausdrucksstarken Tänzern oder Models, die ein gutes Körpergefühl haben.

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Im Studio arbeiten Sie mit einfachen, farbigen Hintergründen, die mit der Kleidung und den Hauttönen Ihrer Modelle harmonieren. Wie gehen Sie bei der Farbgebung Ihrer Aufnahmen vor?

Die erste und wichtigste Vorbereitung vor jeder Aufnahme, egal welcher Art, ist die Entwicklung eines farbigen Moodboards. Auf diese Weise etabliere ich die Farbwelt, in der Fotografien oder Filme aufgenommen werden. Die meisten meiner Moodboards bestehen aus drei bis fünf Farben. Meine Vorliebe für bestimmte Farben ändert sich dann und wann, aber generell bevorzuge ich Pastelltöne.

Ihre Modefotografie zeichnet sich auch durch Ihre abstrakten Kompositionen und die Pose Ihrer Protagonisten aus. Seit wann arbeiten Sie so? Der klassische „Look to camera“-Ansatz scheint Ihre Sache nicht zu sein.

Vor 2010 hatte ich ausschließlich als Fotografin gearbeitet. Schon damals hatte ich versucht, mit meinen Aufnahmen Geschichten zu erzählen, aber mit ein paar Einzelbildern war das sehr schwierig. Seit ich 2011 mit dem Filmen begonnen habe, hat sich dieses Problem einfach in Luft aufgelöst, denn Geschichten erzähle ich jetzt im Medium Film. Gleichzeitig ging der Stil meiner Fotografien in eine abstraktere Richtung.

Die Sache mit dem „Look to camera“-Ansatz erklärt sich dadurch, dass ich mich mehr auf die Form des Körpers als auf das Gesicht eines Models konzentriere. Ich glaube, dass eine Betonung des Gesichts die Abstraktion, die ich in meiner Arbeit zu schaffen versuche, stören oder gar ruinieren könnte.

In vielen Ihrer Bilder interagieren Ihre Modelle mit dem Set, mit bestimmten Objekten oder der Kleidung selbst. Das führt manchmal zu sehr humorvollen Ergebnissen und manchmal entsteht so ein sehr sinnlicher, fast taktiler Eindruck. Wie wichtig sind Ihnen Humor und Sinnlichkeit?

Sehr wichtig. Ich mag es, Bilder zu erschaffen, die etwas Besonderes sind und den Betrachter zum Schmunzeln bringen. In der Welt der Modefotografie findet man selten Humor, also versuche ich, ihn in diesen Kosmos zu bringen.

Seit wann fotografieren Sie mit Leica Kameras? Was schätzen Sie am Leica S- und SL-System am meisten?

Seit 2016. Das S Magazin hatte mich kontaktiert und mir die Gelegenheit gegeben, das S-System für eine Fotoserie zu testen. Seither bin ich Leica Fan und benutze sowohl die S als auch die SL, je nach der Anforderung an die Aufnahme. Ich liebe den Look und deshalb habe ich meinen Film „Bello“ mit der Leica SL in Kombination mit einer Cinelens gedreht.

Woran arbeiten Sie derzeit? Auf welches Seherlebnis können wir uns in naher Zukunft freuen?

Im Moment bereite ich einen neuen Modefilm vor, den ich hoffentlich im Herbst drehen werde. Außerdem arbeite ich freiberuflich kontinuierlich an Fotoprojekten, sodass es in naher Zukunft viel zu sehen geben wird.

Welchen Ratschlag hätten Sie sich gewünscht, als Sie als Modefotografin anfingen?

Der wichtigste Ratschlag, den ein junger Modefotograf erhalten kann, ist der, einen eigenen, einzigartigen Stil zu entwickeln. Dieser Stil muss von anderen unterscheidbar sein – es ist so wichtig, eine eigene Bildsprache zu haben, anstatt Stile zu kopieren, die es bereits gibt.

 

Besuchen Sie Monica Menez auf ihrer Website und bei Instagram , um mehr von ihrer großartigen Fotografie und ihren Modefilmen zu sehen.

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