Gerade kam Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers in die Kinos, die neunte Episode der Star-Wars-Filmreihe und der letzte Teil der Sequel-Trilogie, der Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) und Star Wars: Die letzten Jedi (2017) vorangegangen waren. Seit 1977 ist die Welt im Star-Wars-Fieber, und mit Einspielergebnissen von mehr als neun Millarden US-Dollar zählen die Space-Opera-Filme zu den finanziell erfolgreichsten Produktionen aller Zeiten. Weltweit lassen Fans ihre Fantasie spielen und drehen sogar eigene Stars-Wars-Episoden.

Yannick Wolff hat ein solches privates Projekt mit seiner Leica M10-P von A bis Z begleitet und verrät hier, was er bei der Produktion von Star Wars: The Last Padawan II vor und hinter den Kulissen beobachten konnte.

Was ist die größte Herausforderung für Sie beim Fotografieren?
Die Herausforderungen bei der Fotografie richten sich immer nach dem Projekt an dem man arbeitet, daher gibt es darauf keine allgemeine Antwort. Eine Porträt-Sitzung ist ganz anders als die Arbeit an einem Film-Set und auch innerhalb der verschiedenen Bereiche gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Location, des Wetters, der Models oder Schauspieler, der Zeit zum Fotografieren etc.

Wie kam es dazu, dass Sie bei der Produktion von Star Wars: The Last Padawan II dabei waren?
Das Filmprojekt von Star-Wars-Fans war nicht meine Idee, ich bin lediglich der Set-Fotograf bei dieser Produktion gewesen. Ein Freund von mir, Jesper Tønnes, ist Regisseur und Schauspieler in Kopenhagen und hat diese Fan-Film-Idee ausgebrütet und geplant. Schon zum zweiten Mal, den ersten Teil hat er 2016 gedreht.

Sind Sie selbst auch Star-Wars-Fan?
Ich muss zugeben, dass ich bis zum Beginn des Projekts Star Wars nie so richtig verfolgt habe, mich aber das Projekt so interessiert hat, dass ich unbedingt ein Teil davon sein wollte. Die geplanten Drehorte, Kostüme etc. waren super.

Sie sind als Werbe-, Porträt- und Dokumentarfotograf tätig. Unterscheidet sich das Star-Wars-Projekt von anderen Projekten?
Da Set-Fotografie für mich auch unter Dokumentarfotografie fällt, war es ähnlich wie viele andere Jobs als Fotograf am Filmset. Sich unsichtbar machen und niemandem großartig im Weg rumlaufen, trotzdem immer so nah wie möglich am Geschehen und immer aufmerksam sein, da immer unerwartet irgendwelche Situationen entstehen können, die gar nicht vorherzusehen sind.

Bitte berichten Sie über das Setting, wo und wann wurde gedreht?
Da es eine dänische Produktion mit dänischer Crew war, haben wir in Dänemark produziert. Alle Drehorte lagen an den Westküsten Dänemarks, bei Blåvand und der Insel Rømø. Die Produktion ging vom 25. Oktober bis zum 8. November 2019. Bis auf einen Tag Pause wurde jeden Tag gedreht und fotografiert.

Welche Objektive haben Sie verwendet?
Ich habe das komplette Projekt mit meiner M10-P und dem Summilux-M 1:1.4/35 (erste ASPH.-Version) fotografiert. Zusätzlich hat mir Leica netterweise für dieses Projekt ein Summilux-M 1:1.4/50 zur Verfügung gestellt.

Was schätzen Sie an der Arbeit mit dieser Kamera?
Ich habe die M10-P nun schon ziemlich genau ein Jahr und empfinde die Herangehensweise an die Arbeit mit dieser Kamera sehr anders und interessant. Zudem hilft sie mir sehr, am Set nicht zu sehr aufzufallen.

Die Leica. Gestern. Heute. Morgen.

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Bitte erzählen Sie über die Arbeitsbedingungen am Strand. Wind und Wasser sind ja nicht gerade gut für die Ausrüstung?
Zum Teil war das Wetter wirklich eine Herausforderung. Anders als die große Filmkamera, die einen eigens installierten Schirm besaß, habe ich als Set-Fotograf keinen vergleichbaren Schutz für mein Equipment. Das würde auch gar nicht funktionieren, da ich mich oft in enge Nischen quetschen und auch sehr leise agieren muss. Regen, Salzwasser, Wind und Sand waren begrenzt kontrollierbar. Die M10-P wurde über mehrere Stunden gut geduscht, hat aber immer prima durchgehalten. In Situationen, in denen ich sie nicht brauchte, habe ich die Kamera immer in meine regendichte Jacke gepackt um sie vor dem Gröbsten zu schützen. Einen Tag bin allerdings gar nicht erst zum Set gekommen, da es durchgeregnet hat – es wäre einfach sinnlos gewesen. Man riskiert nicht sein Equipment, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist, aber ich hatte an den Tagen zuvor schon genug gute Aufnahmen gemacht.

Bei welchen Motiven bevorzugen Sie Schwarzweiß gegenüber Farbe?
Letzlich mache ich die Entscheidung über Farbe oder Schwarzweiß immer von verschiedenen Faktoren abhängig, also von Kontrast, Licht, Farben im Bild etc. Hauptsächlich kommt es jedoch aufs Tageslicht an. Bei diesigem Wetter ist kaum Kontrast da, dann wirkt Schwarzweiß besser, oder auch, wenn irritierende Farben im Vordergrund sind, die man eliminieren will. Für einen Blick hinter die Kulissen finde ich Schwarzweiß interessant, weil man so den Blick auf das Wesentliche lenkt. Schwarzweiß erinnert an klassisch zeitlose Set-Fotografie.

Welchen Raum nimmt bei Ihnen Retusche ein, wie wichtig ist das für Sie?
Nachdem ich mir die M10-P gekauft hatte, habe ich mehrere Wochen damit verbracht, einen passenden Farb- und Schwarzweiß-Look zu kreieren, also quasi auf dem Computer Masken anzulegen, die meinen Vorstellungen entsprechen. Allen Bildern, die ich mit der M10-P mache, verpasse ich diesen Look. Größere Retuschen für Haut und Ähnliches mache ich zunehmend weniger.

 

Yannick Wolff
Geboren 1992 in Heppenheim. Sein Studium Sport-, Event- und Medienmanagement schloss er an einer privaten Universität in Frankfurt/M. mit dem Bachelor ab. Darauf folgte 2015 eine Fotoassistenz im Bereich Celebrity und Entertainment bei Brian Bowen Smith in Los Angeles. Von der Fotografie begeistert war Wolff jedoch schon als Teenager. Fernsehshows wie Germany’s next Topmodel, bei der er selbst gerne Fotograf gewesen wäre, inspirierten ihn dazu, professionell mit der Kamera zu arbeiten. Der Porträt-, Dokumentar- und Werbefotograf lebt in Frankfurt/M. und Kopenhagen.

Copyright Porträt Yannick Wolff:
© Yannick Wolff

Website: www.ynkwlf.com

Equipment:
Leica M10-P mit Summilux-M 1:1.4/35 ASPH. und Summilux-M 1:1.4/50 ASPH.